Der Bonsai kränkelt

Wie bei Pflanzen in der Natur ist es auch bei Bonsais völlig normal und insofern keinerlei Grund zur Beunruhigung, wenn sich mitunter ältere Blättchen verfärben und schliesslich abfallen. Ist hingegen längerfristig eine deutliche Steigerung des Blattverlustes erkennbar und betrifft den ganzen Bonsai, besteht Handlungsbedarf. Oft ist ein Pflegefehler (Lichtmangel, Überwässerung, Wassermangel, ungünstiger Standort etc.) die Ursache für jene unerwünschten Veränderungen; gegebenenfalls sind sie aber auch eine Folge von Pilzkrankheiten oder Schädlingsbefall.

Im folgenden sehen Sie einige bebilderte Beispiele von diversen Schädlingen, welche den Bonsai betreffen könnten.

 

Blattläuse

Blattläuse kommen oft in grosser Zahl, vorwiegend an den jungen Blättern und Triebspitzen, vor. Es gibt viele verschiedene Arten von unterschiedlicher Farbe, z. B. grün, rötlich, gelb, dunkelgrau. Sie sondern einen klebrigen Nektar ab, welcher auf den Blättern sowie dem Schalenrand sichtbar ist.

Blattlausbefall an einem Szechuanpfeffer (Zanthoxyllum)

Gelbliche Blattläuse und weisse Häutungsreste an Carmona. Auf den Blättern sind die klebrigen und glänzenden Ausscheidungen der Läuse zu erkennen.

Lebende Blattläuse (gelblich) und weissliche, ausgetrocknete Körperhüllen.

Was kann man gegen Blattlausbefall tun?

Zur Bekämpfung der Blattläuse kommt man nicht umhin, ein Insektizid zu spritzen. Geeignete Mittel finden Sie in unserem Shop.

Schildläuse

Schildläuse erkennt man an ihren braunen oder schwarzen, höckerigen Schilden. Die Läuse oder deren Eier befinden sich unter diesem Schild. Meist haften Sie an den Blattstielen, Trieben oder Ästen, manchmal auch auf den Blättern. Typisch für alle Lausarten sind ihre klebrigen Absonderungen, die auf den Blättern, dem Schalenrand oder manchmal auch um seinen Standort herum sichtbar ist.

Eine flache, hellbraune Schildlausart auf einem Ficusblatt.

Mehrere Schildläuse auf der Blattunterseite eines Ficus. Im Hintergrund sieht man die Ausscheidungen (Zuckerwasser) der Schildläuse in Tropfenform.

Eine dunkelbraune, gut getarnte Schildlaus am Ast einer Carmona.

Was kann man gegen Schildlausbefall tun?

Am besten kratzt man erst die Schilder mit dem Fingernagel oder einer langen Pinzette ab, um die darunter befindlichen Läuse oder deren Eier frei zu legen. Danach sollte die Pflanze tropfnass mit einem Insektizid eingespritzt werden. Je nach Bedarf mehrmals wiederholen. Geeignete Mittel zur Bekämpfung finden Sie in unserem Shop.

Schmier- und Wollläuse

Diese Lausart kann eine Körperlänge von einem bis 12 Milimetern erreichen. Ihr Körper ist oval, weisslich, auf ihrem Rücken sind quer zu ihrem Körper feine, dunklere Rillen zu erkennen. Oft bedecken sich die Schmierläuse mit weissen, aus Wachs bestehenden Haaren, um sich vor Feinden und Austrocknung zu schützen. Sie legen ihre Eier in einer Hülle ab, die aus weissen, klebrigen Fäden besteht und an Wattebäuschchen erinnert. Diese sind von Auge gut zu erkennen. Die Gelege befinden sich meist an schwer zugänglichen Stellen, wie z. B. Astgabelungen, am Blattansatz und Vertiefungen oder gar in der Borke.

Was kann man gegen Schmier- und Wolllausbefall tun?

Am besten entfernt man erst die Schmier- und Wollläuse, sowie die Gelege mit einem mit Alkohol befeuchteten Wattestäbchen. Danach spritzt man die Pflanze tropfnass mit einem Insektizid ein. Geeignete Mittel zur Bekämpfung finden Sie in unserem Shop.

Spinnmilben

Die Spinnmilbe ist ausgewachsen nur etwa 0,4 mm gross und von Auge kaum sichtbar. Ausserdem hält sie sich vorwiegend auf der Blattunterseite auf. Dort sticht sie die Blattzellen an und saugt den Saft aus. Die vielen ausgesaugten Zellen werden an der Oberfläche der Blätter als kleine gelbliche Flecken sichtbar. Die Milben spinnen im Gegensatz zu den Spinnen, ein extrem feines Netz, welches nur wenige Zentimeter gross ist. Spinnmilbenbefall erkennt man an den gelbgefleckten Blättern sowie den weisslichen Häutungsresten auf der Blattunterseite. Bei genauem Hinsehen sind feinste Spinnnetze zwischen den befallenen Blättern zu erkennen, auf denen sich kleine gelblich bis rötliche Punkte bewegen.

Sehr starker Spinnmilbenbefall an einer chinesischen Ulme. Deutlich sind die feinen Netze zwischen den Blättern zu sehen.

Spinnmilben und deren weisse Häutungsreste auf der Unterseite eines Blattes der chinesischen Ulme.

Die Einstichstellen der Spinnmilbe sind als helle, gelbgrüne Flecken zu sehen.

Was kann man gegen Spinnmilbenbefall tun?

Gefahr für Spinnmilbenbefall besteht vor allem, wenn die Umgebungsluft sehr trocken ist, also im Sommer, wenn der Bonsai hinter einer sonnenbeschienenen Fensterscheibe steht, oder im Winter, wenn geheizt wird. Als Vorbeugung empfiehlt es sich, die Pflanze auf einen, mit einer Schicht Kies belegten Unterteller zu stellen, die man ständig feucht hält. Desweiteren sollte man die Blätter mindestens einmal täglich beidseitig mit kalkarmem Wasser besprühen. Ist der Bonsai bereits von Spinnmilben befallen, muss man ihn mit einem Akarizid mehrmals tropfnass einspritzen, besonders die Blattunterseite. Geeignete Mittel zur Bekämpfung finden Sie in unserem Shop.

 

Springschwänze

Diese Bodenbewohner sieht man oft nur beim Giessen, wenn sie auf der Erdoberfläche oder im Unterteller sich hüpfend fortbewegen. Die weissen, 1 bis 3 mm kleinen Urinsekten gehören zu den wichtigsten Aufbereitern von Humus. Sie ernähren sich vorwiegend von toten Pflanzenteilen in der Erde und sind an sich nicht schädlich für den Bonsai. Ausser sie treten in Massen auf, dann sollte etwas gegen sie unternommen werden.

Was kann man gegen Springschwänze tun?

Da sie nur in nasser Erde lebensfähig sind, kann man erst versuchen die Erde trockener zu halten. In der Regel reduzieren sie sich dadurch auf ein unschädliches Mass. Sollte dies nichts nützen, gibt es entsprechende Mittel die Sie in unserem Shop finden.

 

Trauermücken

Diese Mückenart kann 1 bis 7 mm gross werden und ist dunkel gefärbt. Das fliegende Insekt ist für den Bonsai nicht schädlich, jedoch seine aus der Eiablage geschlüpften Larven. Während diese in der Natur zu den wichtigen Nützlingen zählen, können sie bei massenhaftem Auftreten in der Bonsaischale schädlich für die Pflanze sein. Zwar ernähren sich die Larven vorerst nur von abgestorbenem Pflanzenmaterial, ist dieses nicht mehr vorhanden, fressen sie auch an Wurzeln und anderen lebenden Pflanzenteilen.

Was kann man gegen Trauermückenbefall unternehmen?

Die Larven können nur in sehr feuchter Erde leben. Daher kann man vorerst versuchen, die Erde etwas trockener zu halten. Sollten sie aber in Massen auftreten, empfiehlt es sich, ein Giessmittel gegen die Larven zu verwenden. Gegen die fliegenden Insekten können Leimtafeln aufgestellt werden. Beides finden Sie in unserem Shop. 

 

Weisse Fliege

Die sogenannte weisse Fliege ist eine Mottenschildlaus. Der Körper und die Flügel sind mit weissem Wachsstaub bepudert. Sie legen ihre Eier auf der Pflanze ab. Daraus schlüpfen frei bewegliche Larven, die in späteren Stadien unbeweglich an der Blattunterseite haften um sich zuletzt zu verpuppen. Gut sichtbar sind nur die weissen Fliegen, welche vorwiegend auf der Blattunterseite sitzen und kurz auffliegen, wenn die Pflanze berührt wird.

Was kann man gegen den Befall von weissen Fliegen unternehmen?

Zur Bekämpfung der weissen Fliege können Leimtafeln aufgestellt werden. Gegen die Larven spritzt man ein Insektizid. Dieses nützt jedoch gegen die weisse Fliege nur bedingt, nur wenn man sie mit dem Sprühstrahl direkt trifft. Am besten eignen sich systemische Mittel, die von der Pflanzen selbst aufgenommen werden und von innen wirken. Entsprechende Mittel finden Sie in unserem Shop.

 


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